(cf. X.Melloni. Der wesentliche Wunsch”)

Die Atmung ist die Grundlage unseres Lebens: Der Sauerstoff ist für den Körper, was das Gewissen für den Verstand  und was der Geist für die Seele ist: Die Quelle der Lebensenergie. Ohne Sauerstoff wird unser Leben langsam von den Giftstoffen verseucht, die uns jede Lebensgrundlage rauben. Wir atmen, um zu leben und wir atmen, weil es unser Leben ist. So haben es viele spirituelle Traditionen ausgedrückt, unter ihnen die christliche Tradition.

In den vier Phasen der Atmung experimentieren wir mit der Metapher der wesentlichen Dynamik des Lebens: Einatmung, Innehalten, Ausatmung, Leere. Während wir auf unsrem Weg wandern, können wir uns diese Anwesenheit des Lebens in uns selbst bewusst machen, durch die Atmung. Die Einatmung muss tief sein und die Ausatmung länger als die Einatmung. Die Augenblicke der Pause beim Innehalten nach der Einatmung und der Moment der Leere nach der Ausatmung, können länger oder kürzer sein, je nach unserem Wanderschritt, aber wir sollten uns bewusst sein, dass sie existieren.

Diese vier Phasen sind eine Metapher für den Sinn unseres Lebens: Geben und Nehmen. Werden wir uns bewusst, über das, was wir bekommen und fühlen wir uns bedürftig und bittend, nachdem wir groβzügig bekommen haben. Die Einatmung ist der Augenblick, in dem wir das bekommen, was wir sind:  Unser Leben und unsere geschichtliche Existenz. Wir bekommen und werden uns bewusst,  dass wir Empfänger des Lebens sind. Der Weg macht uns zu Empfängern unseres Lebens. Wir fühlen uns demütig, wenn wir erkennen, dass wir  „empfangen” wurden von anderen und vom Anderen. In der Einatmung gibt es schon einen ersten Moment der Bewunderung, der uns die Anwesenheit der göttlichen Essenz aufzeigt.

Das Innehalten der eingeatmeten Luft gibt uns einen Moment, um uns klar zu werden, was wir bekommen haben, es zu genieβen, zu spüren, dass das Leben in uns ist. Es handelt sich hier um die Vereinigung des Äusseren mit dem Inneren, wir fühlen wie das, was vorher ausserhalb von uns war, jetzt ein Teil unseres eigenen Wesens ist.

Die Ausatmung ist der Moment des Gebens, die Existenz, die unser war, verlässt uns wieder, um nach uns weiter zu sein.  Ausatmen bedeutet lernen, sich zu lösen. Die lange und tiefe Ausatmung lässt uns experimentieren und zeigt uns, dass unser letzter Sinn nicht in uns liegt, sondern im Teilen. Die empfangene Luft hat etwas von unserem Wesen genommen und jetzt teilen wir es mit dem Universum.  Wir fühlen uns als Teil des Ganzen, wie Mitwirkende einer Fülle, die wir selbst empfangen haben.

Die vierte Phase der Atmung, die Leere, die nach der Ausatmung kommt, lädt uns ein, mit dem Wunsch nach dieser Fülle zu experimentieren, die uns versprochen wurde und auf die wir warten. Aus unserer Leere heraus, wünschen wir sie mit Sehnsucht. Die Leere ist die Voraussetzung, um zu empfangen. In der Leere werden wir uns bewusst darüber, wie bedürftig wir sind und die Demut begleitet uns auf unserem Ignatius-Weg.

Durch die Atmung können wir aus unserem Wandern eine Erfahrung des Verzichtes und des Zusammenwirkens, der Verlassenheit und des Aufbaus machen. Die Atmung hilft uns zu sehen, was uns unser eigener Ignatius-Weg mitteilt.

Atmen wir!

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